Bilder Das zweite Gesicht

Das zweite Gesicht: Neurodermitis.

Die fesselnde Suche nach den wahren Ursachen einer entstellenden Erkrankung Anna leidet schon ihr Leben lang unter extremen Nahrungsmittelallergien und Asthma. Sie verträgt kaum etwas, immer wieder trocknet die Haut aus, juckt, ihr Gesicht schwillt an und platzt auf, manchmal ist sie kaum noch zu erkennen. Als auch die Cortisonbehandlung nicht mehr hilft, macht sie sich auf die mühsame Suche nach den Ursachen für all die Allergien. Es ist eine weite Reise in die Tiefen ihrer Seele, sie ist mühsam, schmerzhaft, manchmal abenteuerlich. Doch heute hat sie es geschafft: Sie hat endlich die Methoden gefunden, die wirklich helfen. Auch bei ihren Kindern. Stellvertretend für fast zwei Millionen Betroffene allein in Deutschland erzählt Anna Wolff von Behandlungsfehlern, medizinischen Irrwegen, Mythen und Legenden, die den Umgang mit Neurodermitits erschweren. Mit ausführlichem Ratgeberteil und einem Nachwort von Dr. Raphael Shimshoni von der Dermatologischen Hautklinik in Leutenberg.

Auszug aus dem Roman:

Fassungslos sah ich mich im Spiegel an und fuhr mit den Fingerspitzen über meine verschorften Lippen, die verschwollenen Augenlider, die riefige, brandrote Haut auf der Stirn, den Wangen, um die Augen und den Mund herum. Tote Hautstücke rieselten dabei herab. Ich schaute ihnen nach, wobei mein Blick auf meinen aufgekratzten Hals fiel. Mir kamen die Tränen. Sie brannten auf der entzündeten Haut wie Feuer und lösten eine neue Juckattacke aus. Ich bohrte die Fingernägel in die ärgsten Stellen, fühlte durch den Schmerz kurzfristig Erleichterung, aber schließlich musste ich doch kratzen, und einmal angefangen, konnte ich nicht wieder aufhören. Ich schabte und bohrte meine Fingernägel in die Haut hinein, und mir war egal, wie sehr ich mein Gesicht damit zerschundete. Erkennen konnte ich mich ohnehin nicht mehr. Die Frau im Spiegel war uralt; ich aber erst 42 ...

Bilder Anna Wolff

Über den Autor

Anna Wolff, geboren 1963, aufgewachsen im Raum Frankfurt, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus. Nach Zwischenstationen in verschiedenen Regionen lebt sie heute zusammen mit ihrem französischen Ehemann und ihren beiden Kindern im Süden des Landes. Viele erfolglose Versuche lagen bereits hinter ihr, als sie endlich die richtige Therapie für ihre Neurodermitis fand. Heute hat sie die Erkrankung gut im Griff. Anna Wolff arbeitet als freischaffende Journalistin und Übersetzerin.

Außerdem schreibt Anna Wolff unter dem Pseudonym Lea Korte historische Romane. Mehr Informationen finden Sie unter:
Nuerodermitis Informationen

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch als endogenes oder atopisches Ekzem bezeichnet, gehört genau wie Heuschnupfen und allergisches Asthma zu den Erkrankungen des atopischen Formenkreises und bezeichnet eine chronische Erkrankung der Haut. Sie macht sich durch extrem trockene Haut, quälenden Juckreiz, Rötung, Nässen und eine starke Verschuppung der Haut bemerkbar und verläuft in "Schüben". Meist sind vor allem die Augenpartie, der Hals, die Armbeugen und die Kniekehlen betroffen, aber es gibt durchaus Fälle, bei denen auch andere Körperteile oder sogar der ganze Körper mit Ekzemen überzogen sind.

Was sind die Ursachen?

Die Veranlagung zum atopischen Ekzem ist genetisch festgelegt (Genregion 3q21); damit sie zum Ausbruch kommt, bedarf es aber eines Auslösers. Solche Auslöser können individuell ganz verschiedene Allergene, Reize wie Seife, Duftstoffe, Desinfektionsmittel, Infekte, chronische Krankheitsherde (Zähne!), organische Erkrankungen, verschiedene Medikamente, toxische Belastungen durch Umweltgifte, Ernährungsgewohnheiten und psychische Belastungen sein.

Ist Neurodermitis heilbar?

Nein, Neurodermitis ist NICHT heilbar. Die Veranlagung zum atopischen Ekzem ist angeboren und begleitet einen lebenslang. Sehr wohl kann man aber einen ERSCHEINUNGSFREIEN Zustand erreichen, wenn man lernt, mit seiner Neurodermitis umzugehen. Um dies zu erreichen, muss man herausfinden, was bei einem selbst die Auslöser sind und diese fortan meiden.

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Thema Histamin

Viele Neurodermitiker leiden unter einer "Histaminintoleranz" - und auch ich gehöre zu ihnen. Ich habe festgestellt, dass schon allein die Reduzierung des Histamins in meiner täglichen Ernährung einen enormen Einfluss auf meine Haut hat. In stressfreien Zeiten vertrage ich weit mehr Histamin im Essen als in stressreichen, was normal ist: Stress erhöht die Histaminausschüttung des Körpers.

Zunächst will ich erklären, was Histamin überhaupt ist: Histamin gehört zu den biogenen Aminen und entsteht in verschiedenen Lebensmitteln durch den bakteriellen Abbau der Aminosäure Histidin. Dieses biogene Amin findet sich vor allem in leicht verderblichen, eiweißreichen, tierischen Lebensmitteln (z. B. Fisch und Fischprodukte, vor allem Fischkonserven. Der Histaminanteil ist um so höher, je weniger frisch der Fisch ist). Es wird aber auch in solchen Lebensmitteln gebildet, die im Verlauf der Verarbeitung, Reifung und Lagerung biochemischen und mikrobiellen Veränderungen unterliegen. Hier ist z.B. an Sauerkraut, Wurst, Essig, Bier oder Käse zu denken, die zum Teil sogar sehr hohe Histaminwerte audweisen. In langsam reifenden Käse- und Wurstsorten (wie Roquefort, Parmesankäse, Salami, Schinken) bilden sich höhere Histaminkonzentrationen als in weniger lange gereiften Produkten (z. B. jungem Gouda). Manche Lebensmittel haben auch von Natur aus einen hohen Histaminwert, wie zum Beispiel Tomaten (und Ketchup!). Zudem ist Histamin kälte- und hitzeresistent.

Die meisten Menschen vertragen selbst große Mengen Histamin problemlos. Bei Menschen, die unter Histaminintoleranz leiden, ist der Histaminabbau gestört. Dadurch gelangt das Histamin durch die Darmbarriere in den menschlichen Kreislauf und wird über die Blutbahn in die Leber geleitet und damit fangen die Probleme an. Eine Diät mit histaminarmen Lebensmitteln wirkt sich daher oft günstig auf das Hautbild eines Neurodermitikers aus.

Bei Personen mit erhöhter Histaminsensibilität können bereits 8-40 mg Histamin erste Krankheitssymptome hervorrufen. Je nachdem, was man isst, überschreitet man diese Grenze sehr schnell: Roquefort z.B. enthält 2000 mg Histamin pro Kilo, ein Liter Rotwein bis zu 4000 mg. Um das Ganze noch zu komplizieren, gibt es auch noch Histaminliberatoren, Substanzen also, die den Körper dazu bringen, Histamin freizusetzen. Außer verschiedenen Medikamenten gehört hierzu Alkohol, Nikotin, Kaffee und verschiedene Obstsorten. Auch Stress ist, wie oben erwähnt, ein Histaminliberator.

Bleibt mir noch zu erwähnen, dass nicht nur sehr viele Neurodermitiker unter einer Histaminintoleranz leiden, sondern auch viele Menschen, die mit Asthma, Heuschnupfen, Migräne oder Hypotonie zu kämpfen haben, und die deswegen, ebenso wie Neurodermitiker, durch eine "simple" Diät eine erhebliche Besserung ihrer Symptomatik erreichen können.

Bücher zum Thema Histamin-Intoleranz:

Reinhard Jarisch: Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit, EUR 24.95 Thilo Schleip: Hilfe bei Histamin-Intoleranz, Endlich Schluss mit den Beschwerden. Trias. 2007. EUR 14,95 Thilo Schleip: Richtig einkaufen bei Histaminunverträglichkeit. Für Sie bewertet: über 1100 Fertigprodukte und Lebensmittel. Trias. 2008, EUR 8,95

Webseiten zum Thema Histamin-Intoleranz:

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Verbände und Krankenhäuser

Natürlich könnte man hier viele Verbände aufführen, aber der Verband, der mir am meisten weitergeholfen hat, ist dieser:

Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V.

  • Vorsitzender und Bundesgeschäftsführer: Jürgen Pfeifer
  • Oberstrasse 171
  • 56154 Boppard
  • Tel.: 0 67 42/87 13-0
  • Fax: 0 67 42/27 95

E-Mail: info ad neurodermitis.net

Gute Kliniken für Neurodermitispatienten gibt es nur sehr, sehr wenige, wobei für mich gut heißt: ganzheitlich, ohne Cortison, ohne Protopic, ohne Elidel, ohne ohne ohne ... und doch und gerade deswegen kommt man dazu, ein gutes Hautbild zu erreichen und dies oft genug sogar für sehr lange Zeit. Wenn meine Kinder oder ich Probleme mit der Haut haben, wende ich mich an diese Klinik, mit der ich BESTE Erfahrungen gemacht habe:

Fachkrankenhaus für Dermatologie Schloss Friedensburg

  • Chefarzt Dr. med. R. Shimshoni
  • Schlossstr. 25
  • 76338 Leutenberg
  • Tel: 036734-800

E-Mail: info ad schloss-friedensburg.de

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Interessante Webseiten Die Hautklinik in Leutenberg hat eine Webseite, auf der man viele Informationen finden kann:

Eine hervorragende, Schweizer Webseite, die sehr breit gefächert ist und viele, wertvolle Informationen und Tipps liefert, ist: Ebenfalls viele Infos zum Thema Neurodermitis (allerdings auch viel Cortison) bietet: Mehr Informationen zum Thema Pimecrolimus und Tacrolimus finden Sie hier: Zum Thema basische Ernährung bietet sich an: Mehr zu der neuen Creme Regividerm finden Sie hier:
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Neurodermitis gibt es schon sehr, sehr lange - und von Jahr zu Jahr vermelden die Statistiken mehr Betroffene und dies vor allem bei den Kindern. Auf meinem Blog möchte ich Sie noch umfassender über Neurodermitis informieren und auch auf neue Entwicklungen eingehen. Besuchen Sie also bitte auch meinen Blog:

Natürliche freue ich mich auch, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen möchten - damit ich sie an andere weitergeben kann. Mailen Sie bitte an: annawolff ad anna-wolff.com.

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